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Goldene Axt für den Weltmeister

 
 

Freitag, 06. November 2015 18:00


ALFERSHAUSEN (ley) – Es waren diesmal zwar keine 8000 Besucher wie bei der Siegerehrung in Brasiliens Millionenmetropole Sao Paulo. Doch der Applaus für den „World-Skills“-Champion seitens der Zimmerer-Innung Schwabach-Roth-Hilpoltstein und der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd dürfte Weltmeister Simon Rehm wohl nicht wenig bedeutet haben. Im Alfershausener Gasthaus „Winkler“ ließ man ihn noch einmal hochleben.

„Eine überragende Leistung“, würdigte Innungsobermeister Helmut Heine. Der große Erfolg des Weinsfelders sei für viele ein echtes Sommermärchen gewesen. „Mir persönlich kommen heute noch manchmal Freudentränen, wenn ich daran zurückdenke“, bekannte Heine. Auch Kreishandwerksmeister Hanno Dietrich pflichtete bei: „Das hat uns alle sehr bewegt!“ Mit der Goldmedaille habe Rehm bewiesen, dass Handwerk buchstäblich goldenen Boden habe. Freude am Beruf, Können und Ausstrahlung sorgten dafür, dass die eigene Zunft „in Deiner Person perfekt repräsentiert wird – Du bist ein Jahrhunderttalent“, so das Lob. Der Titelgewin habe für Bayern und ganz Deutschland „gewaltige Synergieeffekte“ gebracht, betonte Peter Aicher, seines Zeichens Vorsitzender von Holzbau Deutschland und Präsident des Landesinnungsverbandes Bayern des Zimmererhandwerks. Dass der Weltmeister aus Mittelfranken komme, „das ist besonders viel wert“, so Aicher weiter. Denn so tue er sich in der Argumentation fürs hiesige duale Ausbildungssystem eher leicht. „Die Festgemeinde und der Rest der Republik sind stolz auf Dich!“ Besonders gespannt war erstere dann auf die Ausführungen des mit Lob überschütteten selbst. Mit viele Impressionen illustriert nahm der Weltmeister die Anwesenden mit hinein in die Geschichte seines Erfolgs. Mit dem Siegerflieger der Fußballnationalmannschaft sei auch das deutsche Team der Handwerker zu den „World Skills“ geflogen. In Sao Paulo galt es dann internationales Flair zu genießen. Denn alle 1000 Teilnehmer des globalen Wettbewerbs waren in einem einzigen Hotel untergebracht – dem größten Brasiliens. Zur Eröffnungsfeier durfte Rehm dann die Nationalfahne tragen, ein gutes Omen wie sich herausstellen sollte. Was ihn aber nicht davon abhielt, ihr die bayerische Flagge am Arbeitsplatz in der 250.000 Quadratmeter (!) großen Halle dazu zu gesellen. In den vier Tagen des Wettstreits sei es ihm gelungen, einen komfortablen Zeitvorsprung gegenüber der Konkurrenz zu erwirken. Als das Werk fertig war, „ist eine Riesenlast von mir abgefallen“, so Rehm nun in Alfershausen. Gemeinsam mit Vertretern der verschiedenen Nationen habe man gefeiert und sei sich in den Armen gelegen. Bei der eigentlichen Siegerehrung habe er kurz nach der Bekanntgabe seines Erfolgs 35 Nachrichten auf seinem Handy gehabt – inklusive eines Glückwunschständchens aus der Heimat. „Hammergeile zwei Wochen, ein traumhaftes Erlebnis“: So kommentiert Rehm das Geschehen in Brasilien in einem kleinen Video, das im Gasthaus „Winkler“ auch zu sehen war. Der „stimmungsgeladene“ Vortrag Rehms war dort auch ganz nach dem Geschmack von Landrat Herbert Eckstein. „Es ist toll, wie Du die Begeisterung weiter trägst“, betonte er mit Blick auf den Weltmeister. Eine solche sei zugleich auch der beste Antrieb und somit leiste der Champion eigentlich fast mehr als ein hochbezahlter Motivationstrainer. In Anlehnung an den vergoldeten Hammer für den Europameistertitel gab es für Rehm in Alfershausen schließlich eine vergoldete Stoßaxt in Anerkennung des „grandiosen Erfolgs“ (Eckstein) in Form des Weltmeistertitels in Sao Paulo.

 

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