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Azubis sollen junge Leute begeistern

 
 

Mittwoch, 02. März 2016 08:41

Metzger in Mittelfranken-Süd suchen Berufsnachwuchs – Kontrollen für Tierschutz und Hygiene

Obermeister Willy Böbel (stehend) mit Sebastian Dörr (l.), Dr. Georg Lechner (4.v.l.), Dr. Herbert Hurka (r.) und den Innungskollegen.


Nennslingen (pr) – Der fehlende Berufsnachwuchs steht auch bei der Metzger-Innung Mittelfranken-Süd im Fokus: „Der Lehrlingsmangel schlägt voll durch, wir müssen mehr für die Werbung tun“, sagt Willy Böbel. Der Obermeister rief die Kollegen auf, z.B. Auszubildende für die Berufsparcours in Treuchtlingen und Roth im Oktober freizustellen. Kaum jemand könne Schulabgänger überzeugender für einen Beruf begeistern als junge Leute.

 

Bei der Jahreshauptversammlung vor gut 25 Zuhörern im Gasthaus Lehmeier in Nennslingen mahnte der Metzger aus Georgensgmünd-Rittersbach zudem, beim Schlachten die Tierschutzvorgaben zu befolgen; Tiergesundheit und Tierwohl würden für den Verbraucher immer wichtiger. Von der Tagung des Deutschen Fleischer-Verbandes in Würzburg brachte er die Information mit, dass das Schlachten und Zerlegen jetzt wieder in einem Raum erlaubt sei. Er blickte zurück auf zahlreiche Innungsveranstaltungen 2015 – von der Hygieneschulung über die Meisterfeier bis zu einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Volker Bauer wegen des Erhalts des Berufsschulstandortes Weißenburg; diesbezüglich habe er an viele Politiker geschrieben.

 

Als Gastreferent erinnerte Dr. Herbert Hurka, Leiter des Veterinäramtes Roth, die Betriebsinhaber, Tierkörper mit der Stanzmethode auf Gesamtkeimzahl und Enterobakterien sowie mit der Kratzschwammmethode auf Salmonellen untersuchen zu lassen

Sein Kollege Dr. Georg Lechner vom Veterinäramt Weißenburg teilte mit, gemäß EU-Verordnung sei bei Schlachttieren eine „Lebensmittelketten-Information“ als Herkunftsnachweis zu führen, so dass z.B. Salmonellenverseuchte Bauernhöfe festgestellt werden können. Vor dem Schlachten verpflichtend sei auch die Lebendbeschau durch den Amtstierarzt; sonst bestehe die Gefahr, dass das komplette Tier entsorgt werden müsse. Grundsätzlich wachse der Druck auf Veterinäre wie Betriebe: Den Überwachsungsämtern drohe eine Neuorganisation mit zwei Zentralen in Nord- und Südbayern und 25 Außenstellen, den Metzgern neue Gesetze. Nach dem Motto: „Was Tönnies mit 5 Mio. Schweinen machen muss, müssen alle machen.“ Es werde für keinen leichter. Stellvertretende Obermeister Max Gruber kommentierte: „Als Metzger haben wir viel zu wenig Lobby.“ Obermeister Willy Böbel betonte, ohne unsere Verbände würden die Metzger von der Politik noch weit mehr gegängelt.

 

Nicht im Detail diskutiert wurde das Angebot des Regionalsenders „Franken-Fernsehen“, eine Late-Night-Show (Sendung ab 22.30 Uhr, Werbung dafür auch tagsüber) exklusiv von den mittelfränkischen Metzger-Innungen sponsern zu lassen. Laut Sebastian Dörr würde das jeden Betrieb 60 Euro im Jahr kosten, nach Absage der Innung Fürth wohl 80 Euro. Ob das sinnvoll sei und die junge Zielgruppe erreicht werde, sei fraglich. Aus der Versammlung hieß es, wenn man junge Leute ansprechen wolle, wäre das eher über soziale Medien wie facebook möglich – und kostengünstiger.

 

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