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Hermann Grillenberger: Viele Schulabgänger nicht ausbildungsreif

 
 

Mittwoch, 05. April 2017 19:00

Obermeister Hermann Grillenberger (stehend) spricht zur gut besuchten Versammlung.


Pleinfeld – Eine Produktvorstellung, Berichte von Obermeister und Berufsschule sowie ein Rückblick standen neben Jahresrechnung und Haushaltsplan auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung der Metallbauerinnung Mittelfranken-Süd.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte Peter Sandmeier von der gleichnamigen Firma über ein neu entwickeltes Produkt namens „balkonEEL“. Es handelt sich um einen Bodenbelag aus Aluminium der sich für Balkone nach Aussage des Herstellers optimal eignet. „Kein vermorschen, kein durchbrechen, leicht und handlich zu montieren.“ so Sandmeier.

In seinem Bericht ging Obermeister Hermann Grillenberger zunächst auf die Veranstaltungen des letzten Jahres ein. Besonderen Raum nahm der im letzten Jahr stattgefundene Landesverbandstag in Gunzenhausen, der von der hiesigen Innung organisiert wurde, ein. „Es erforderte einen enormen Zeitaufwand, eine enge Zusammenarbeit engagierter Kollegen und die Unterstützung durch die Familien“, so Grillenberger. Aber der Aufwand habe sich gelohnt. Die Veranstaltungen mit dem zugehörigen Rahmenprogramm seien sehr gut Besucht gewesen, alles sei Reibungslos abgelaufen, was auch die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bestätigten. Er dankte seinem Stellvertreter Richard Greil, der die Ausstellung organisierte und die Festschrift koordinierte. Dieser gab den Dank zusammen mit Geschäftsführer Sebastian Dörr an den Obermeister zurück, der nicht nur die Verantwortung, sondern auch die größte Arbeitslast zu schultern hatte.

Im Anschluss ging er auf die aktuellen Lehrlingszahlen ein. Aktuell würden 67 Jugendliche im Metallbauerhandwerk im Bericht Mittelfranken-Süd ausgebildet. „Wir haben leider nicht die Zahlen die wir uns wünschen, aber die schwachen Geburtenraten, der Akademisierungswahn der Eltern und das verstärkte Engagement der Industrie in Sachen Ausbildung führt zur Problemen im Handwerk“, so Grillenberger. Darüber hinaus seien viele Bewerber nicht ausbildungsreif. So brauchten beispielsweise die Mehrzahl der Teilnehmer an den Schweißkursen rund 30% länger als noch vor 10 Jahren und könnten oft den Kurs nicht erfolgreich abschließen, ebenso lasse die Berichtsheftführung sehr zu wünschen übrig, beklagte sich der Obermeister. „Jedes Jahr verlassen acht Prozent eines Jahrganges ohne Abschluss unser Schulsystem. Ihre Unzuverlässigkeit ist das größte Problem bei einer Ausbildung. Eine unrühmliche Rolle nehmen hier die Allgemeinärzte ein. Durch ihre zweifelhaften Krankschreibungen legalisieren sie die Unzuverlässigkeit und Motivationslosigkeit dieser jungen Leute und halten sie dadurch mit großem Erfolg von einer Berufsausbildung ab. Die rückwirkenden Krankschreibungen von Schülern z.B. wegen Kirchweihbesuchen, ergänzen dieses Bild,“ schloss Grillenberger.

Im Anschluss stellte sich Hans Fickel als neue Lehrkraft an der der Staatlichen Berufsschule Gunzenhausen vor. Auch er habe mit der Unzuverlässigkeit einiger Schüler zu kämpfen. Oft dauere es Tage, bis der Schüler den fehlenden Taschenrechner oder Schulunterlagen dabei hätten. Die Arbeitsmoral sei leider nicht bei allen gut und häufig interessierten sich auch die Eltern selbst bei Telefonanrufen nicht für die Probleme ihrer Kinder in der Schule und im Betrieb. Alle anwesenden Unternehmer, der gut besuchten Versammlung waren sich einig, dass nur zusätzliches Engagement die Situation verbessern könne. Aus diesem Grund wolle man auch 2017 beim Berufsparcours mit verstärktem Personaleinsatz teilnehmen um so verstärktes Interesse an den Berufen des Metallhandwerks zu wecken. Die jungen Auszubildenden solle das gleiche Wissen vermittelt bekommen wie den hochqualifizierten Facharbeitern.

Die von Geschäftsführer Sebastian Dörr erläuterte Jahresrechnung der Innung für 2016 wurde von der Versammlung einstimmig angenommen, ebenso wie der Haushaltsplan 2017, nachdem Kassenrevisoren Jürgen Zwingel, Roth-Obersteinbach und Roland Jäger, Fünfbronn, eine einwandfreie Führung der Unterlagen feststellten und Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung beantragten. Im Anschluss stellte Dörr den neuen Internetauftritt des Fachverbandes sowie von der Einkaufsgemeinschaft Metall & Mehr vor.

 

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