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Tierschutz und Hygiene nahezu perfekt

 
 

Dienstag, 25. April 2017 19:00

Veterinär lobt Metzger in Mittelfranken-Süd – Lehrlingszahl steigt – Zwei Neue im Innungsvorstand

Ralph Schroll (rote Jacke) führte die Innungsmetzger durch das Großhandelsunternehmen.


Rednitzhembach (buc) – Die Metzger im südlichen Mittelfranken befolgen die Maßgaben zu Tierschutz, Betäubung vor dem Schlachtvorgang und Hygiene nahezu perfekt. Dr. Herbert Hurka, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landratsamt Roth, zeigte sich mit einer Kontrollserie seit Dezember „sehr zufrieden“.

 

Bei der Jahreshauptversammlung der Metzger-Innung Mittelfranken-Süd in Rednitzhembach nannte Hurka eine bis fünf Proben bei Schweineschlachtungen als verpflichtend. Teils teuren Nachrüstbedarf befürchtet er bei einigen Metzgern in Folge einer neuer EU-Vorgabe, die ab 2019 den Einsatz von Betäubungsgeräten mit automatischer Datenspeicherung vorschreibt. In Sachen Ferkelkastration glaubt er, dass die politische Tendenz aus Kosten- und Tierschutzgründen künftig in Richtung Immun-Injektion geht.

 

Einen leichten Lichtblick gibt es laut StD Volkmar Steffanides von der Berufsschule Weißenburg beim Thema Berufsnachwuchs. Nachdem 2014 nur zwölf und 2015 nur 14 Azubis eine Lehre im Metzgerhandwerk bzw. Fachverkauf begonnen hatten, mussten diese auf Anweisung der Regierung von Mittelfranken ab 2016 zur Blockbeschulung nach Fürth wechseln. Im Herbst überschritt man mit 24 neuen Lehrlingen (18 Metzger, sieben Verkäuferinnen) die Mindestzahl von 18. Nach persönlichem Einsatz von Landrat Gerhard Wägemann dürfen sie in Weißenburg bleiben. Dies hatte auch der Innungsvorstand gefordert, um weite Wege zu vermeiden und das Nahrungsmittelkompetenzzentrum vor Ort zu stärken. Obermeister Willy Böbel rief die Kollegen auf, weiter auszubilden: „Wir brauchen Lehrlinge, sonst sind sie wieder in Fürth.“ Irgendwann drohe ein endgültiger „Sprengelwechsel“.

 

Der Innungschef gratulierte Manfred Lederer zum Sieg beim Presssack-Wettbewerb des Landkreises Roth. Der Metzgermeister aus Thalmässing siegte mit 220 Punkten vor 20 Konkurrenten. Auf den Plätzen folgten die Innungskollegen Franz Herrler (Greding, 206 Punkte), Wolfgang Brunner (Georgensgmünd, 203) und Alfred Knäblein (Röttenbach, 202).

 

Bei der Neuwahl der neunköpfigen Vorstandschaft kandidierte Knäblein nicht mehr und wurde nach neun Jahren als stv. Meisterbeisitzer, Kassenprüfer und Beisitzer verabschiedet. Neu in den Vorstand und zum Lehrlingswart gewählt wurde sein Sohn Andreas Knäblein. Für Friedrich Wörlein (Pappenheim) rückte Peter Völk jun. (Weißenburg) nach. Für drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden Willy Böbel und die stv. Obermeister Peter Grötsch und Max Gruber, Schriftführer Willi Reich, die Beisitzer Johann Rebelein, Georg Wechsler, Peter Kanzler sowie die Revisoren Helmut Heyder und Josef Struller.

 

 

 

 

 

 

Willy Böbel blickte zurück auf zahlreiche Veranstaltungen wie Grill- oder Motivationsseminare im Vorjahr und lud zum Bayerischen Fleischer-Verbandstag am 6./.7. Mai in München ein. Ein Kutterseminar mit Kalkulation und ein Seminar der Firma Rational plant man für den Herbst. Am 23. Juni, von 17 bis 23 Uhr, beteiligt sich die Innung an der „Nacht der Ausbildung“ in Roth. Standort wirde die bei der Firma Omega Sorg in Rednitzhembach sein.

 

Im 2015 eröffneten Neubau des Großhandelsunternehmens für Metzger, Bäcker und Gastronomie hielt die Innung ihre Sitzung ab. Inhaber Hans Sorg und Kaufmännischer Leiter Ralph Schroll führten durch den Showroom für Fleischereizubehör, die Reparaturwerkstatt für Wurstküchenmaschinen, das Hochregallager und die Kühlräume. Gut 45.000 Artikel bietet der Food-Logistiker hier auf über 11.000 qm an, von Kunst- und Naturdärmen über Messer bis zu Gewürzen, von Kutter und Füller über Berufskleidung bis zur individuell geplanten Großküche. 200 t Ware schlägt man täglich um. Hans Sorg baute das heute 800 Mitarbeiter an vier Standorten (auch Essingen, Stuttgart-Wangen, Waldheim) zählende Unternehmen seit 1966 auf; am Standort Rednitzhembach sind es 160 Beschäftigte. Der Gesamtumsatz lag 2016 bei 208 Mio. Euro, 20 Prozent davon entfielen aufs Metzgerhandwerk. Der 72-jährige Firmenchef, inzwischen von Sohn Jürgen Sorg in der Geschäftsführung unterstützt, rief die Metzger zu steter Modernisierung ihrer Sortimente und Dienstleistungen auf: „Heute überleben nur die Guten!“

 

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