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Dienstag, 12. Dezember 2017 19:00

Handwerkskammer Mittelfranken überreicht Kreishandwerksmeister Hanno Dietrich die „Silberne Ehrennadel“

Hanno Dietrich (Mitte) im Kreis seiner Familie und der Gratulanten. Foto: Wilhelm


SCHWABACH — Nur wer selbst begeistert ist, kann auch andere begeistern. Wer mit Hanno Dietrich spricht, weiß, wie treffend dieser Satz ist. Seit Jahrzehnten ist der 69-jährige Schwabacher kein nüchterner Funktionär, sondern ein leidenschaftlicher Botschafter des Handwerks.

Die Handwerkskammer für Mittelfranken hat Hanno Dietrich für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner überreichte ihm die nur selten verliehene „Silberne Ehrennadel für besondere Verdienste“.

Der Ort für den Festakt hätte passender nicht sein können. Der Goldene Saal bildet zwar für viele Ehrungen den würdigen Rahmen. Doch in diesem Fall gibt es einen ganz persönlichen Bezug. 1974 war Schwabachs beste Stube nach einer Brandstiftung im Rathaus völlig zerstört worden. Schon kurze Zeit spät erstrahlte der Goldene Saal wieder in altem Glanz. An dieser Restaurierung hatte Hanno Dietrich entscheidenden Anteil.

Eine Episode, die zeigt, dass für Hanno Dietrich ehrenamtliches Engagement schon immer selbstverständlich war — für seine Heimatstadt Schwabach und für das Handwerk.

 

Vom Lehrlingswart an die Spitze

 

„Begonnen hast du als Lehrlingswart und Meisterbeisitzer im Gesellenprüfungsausschuss der Maler- und Lackierer-Innung“, blickte Pirner zurück.

Das war kurz nach seiner Meisterprüfung, die er 1971 als einer der Jüngsten in Bayern abgelegt hatte. Sein Talent wurde in der Innung schnell erkannt und geschätzt. 1979 wurde Dietrich stellvertretender Obermeister und 1981 schließlich zum Obermeister der Innung gewählt.

In der Kreishandwerkerschaft ist er seit 1982 aktiv. Aus dem Vorstandsmitglied wurde 1994 der stellvertretende Kreishandwerksmeister, seit 1996 steht er selbst als Kreishandwerksmeister an der Spitze und in der Verantwortung.

Stets bewies Dietrich den Mut für schwierige, aber richtungsweisende Entscheidungen wie 2002 die Fusion der Malerinnungen Schwabach-Roth-Hilpoltstein und Weißenburg-Gunzenhausen. Auch die Gründung des Arbeitskreises der Unternehmerfrauen im Handwerk hat er sehr unterstützt. „Das Wichtigste war dir immer die Unterstützung der einzelnen Betriebe“, würdigte ihn Thomas Pirner, „beispielsweise hast du Maßnahmen initiiert, die Handwerkbetriebe vor Zahlungsausfällen bewahrten und eine erleichterte Kreditvergabe für Handwerker zur Folge hatten.“

Ein Herzensanliegen war und ist Hanno Dietrich, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. „Seit über 40 Jahren glüht er für das Handwerk wie ein Vulkan“, sagte Pirner.

 

„Das Gold unserer Stadt“

 

Seine besonderen Verdienste für Schwabach betonte Bürgermeister Roland Oeser: „Da packt einer an.“ Sowohl als erfolgreicher Unternehmer als auch als kreativer Ideengeber. Nicht zuletzt ihm sei es zu verdanken, dass sich Schwabach so erfolgreich als Goldschlägerstadt präsentiere. „Seine positive Lebenseinstellung reißt andere mit“, sagte Oeser. „Menschen wie du sind das Gold unserer Stadt.“

„Solche Leute brauchen wir“, betonte auch Peter Krauß, der stellvertretende Landrat im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Hanno Dietrichs Tochter Christina, die seit zwei Jahren die Firma leitet, bedankte sich bei ihrem Vater mit einer vergoldeten Malerrolle, „weil er den Dingen seinen Stempel aufdrückt“.

 

Der Triathlon seines Lebens

 

In seiner Dankesrede musste Hanno Dietrich kurzzeitig eine Träne verdrücken. Er erinnerte an seinen Vater Georg, „einem großartigen Handwerker und Künstler“. Von ihm übernahm er den 1935 gegründeten Betrieb. „Eigentlich wollte ich Profisportler werden, das war mein Traum“, bekannte er. Seine Liebe zum Handwerk habe er aber auf der Fachschule für Malerhandwerk entdeckt. Und die hat ihn nie mehr losgelassen.

Der begeisterte Schwimmer — seit neun Jahren nimmt er sogar am Challenge in Roth teil — beschrieb sein Leben als „Triathlon aus Familie, Beruf und Ehrenamt“. Besonders dankte er seiner Frau Traudl. Gleichzeitig erinnerte er an Weggefährten wie Walter Meier, den langjährigen Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und die früheren Kreishandwerksmeister Ernst Bölling und Hans Kastner. Ein dickes Lob hatte er auch für Meiers Nachfolger Sebastian Dörr und dessen Mitarbeiterinnen Angelika Konopik, Angelika Simon und Sabine Linger. „Sie leisten ja die Hauptarbeit. Das ist ein echtes Dreamteam.“

GÜNTHER WILHELM

 

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