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Gemeinsam sind wir stark

 
 

Donnerstag, 08. März 2018 17:00

Innungsführung und Referenten (v.r.): GF Sebastian Dörr, stv OM Peter Grötsch, Bernd Hudelmaier, OM Willy Böbel, Arne Wagner, Wolfgang Klein, Dr. Georg Lechner und Herwig Krois.


Pfofeld (buc) – „Nur gemeinsam sind wir stark! Und wir brauchen diese Stärke, um unsere Interessen denen gegenüber durchzusetzen, die uns immer wieder mit neuen Verordnungen zu Dokumentationen oder Aufzeichnungen überfluten. Allmählich reicht es!“ Mit diesem eindringlichen Appell versuchte Willy Böbel, Obermeister der Metzger-Innung Mittelfranken-Süd, seine Kollegen aufrütteln. Mehr Engagement, mehr Motivation, mehr Beteiligung an Berufsbörsen, Wettbewerben und Versammlungen mahnte er an, um den Berufsstand lebendig zu halten und Nachwuchs zu gewinnen.

 

Böbel gratulierte den Metzgereien Heinrich Rabus (Rednitzhembach) und Claus Böbel (Georgensgmünd-Rittersbach) zum geteilten Sieg beim jüngsten Presssack-Wettbewerb des Landkreises Roth und der Metzgerei Max Gruber (Spalt-Großweingarten) zu Platz Zwei. Die Metzgereien Wolfgang Brunner (Georgensgmünd) und Alfred Knäblein (Röttenbach) wurden kürzlich von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mit dem bayerischen Staatsehrenpreis ausgezeichnet.

 

Als Gastreferent warnte Dr. Georg Lechner vom Veterinäramt Weißenburg vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die bereits in Polen und Tschechien festgestellt wurde. Sie führt bei Schweinen in sechs bis zehn Tagen zum Tod, ist aber für Menschen ungefährlich. Einen Impfstoff gibt es nicht. Das Virus ist monatelang z.B. in Lebensmitteln und Blut überlebensfähig und könnte durch Wildschweine, Jäger oder Arbeiter aus Osteuropa eingeschleppt werden – etwa über Rohwürste aus Hausschlachtungen. Laut Dr. Lechner besteht derzeit kein Grund zur Panik; die Eu-Kontrolle funktioniere gut. Träte ASP aber bei Wildschweinen in Deutschland auf, würden 15-km-Sicherheitszonen eingerichtet, Jagdverbote verhängt, Tiertransporte eingeschränkt. Der Transport von Verarbeitungsfleisch etwa von Schlachthöfen zu Metzgereien unterliegt keinen Einschränkungen. Würde ASP in einem Schweinehaltungsbetrieb festgestellt, werden die Tiere gekeult, 3 km Sperrbezirk und 7 km Beobachtungsbereich eingerichtet, Transport- und Schlachtverbot (auch für Rinder des Hofes) verhängt. Metzgereien im Umkreis können mit Ausnahmegenehmigung über einen „Korridor“ Fleisch etwa aus Schlachthöfen beziehen. Lechner: „Vor allem für die Schweinehalter wäre ein ASP-Ausbruch hart.“ Auch die Schweinepreise könnten massiv einbrechen.

 

Die Absicherung ihres Betriebes durch Spezialversicherungen legte den Metzgern Herwig Krois ans Herz. Der Fachmann der Münchner Verein Versicherungsgruppe stellte ein „Gewerbe-Paket“ mit Einzel-Policen für Elektronik- oder Glasschäden, Kfz-Flotten, Betriebsschließung, Betriebshaftpflicht, Geschäftsgebäude oder Gruppen (z.B. Unfälle von Mitarbeitern auf dem Weg in die Mittagspause) vor, die gebündelt und mit Rabatten vergünstigt werden können.

 

Den neuen Rahmenvertrag des Berufskleidungsherstellers boco mit dem Fleischerverband Bayern stellten Bernd Hudelmaier und sein Kollege Arne Wagner vor; zu den Sonderkonditionen für Verbandsmitglieder zählen der Verzicht auf 6,90 Euro Anfahrtpauschale, Rabatte bis 20 Prozent und 36 Monate Reinigungsservice zum Preis von 28. In Heidenheim betreibt man eine Wäscherei für die Region, in der täglich 30.000 Stück Arbeitsbekleidung gewaschen werden, und lud zu einer Besichtigung ein.

 

Wolfgang Klein von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe warb für das Prämienverfahren der BGN, in dem noch bis Ende März Boni für 2017 (von 100 bis 100.000 Euro) gesichert werden können. Die Schulungen zum „Unternehmermodell“ sollen künftig wieder regional – etwa in Schwabach – stattfinden; mögliche Termine werden jeweils im Herbst des Vorjahres veröffentlicht.

 

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