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Hermann Grillenberger ist neuer Kreishandwerksmeister

 
 

Montag, 11. Juni 2018 18:00

Hanno Dietrich übergibt seinem Nachfolger Hermann Grillenberger einen mit 23 ¾ Karat vergoldeten Staffelstab als symbolisches Zeichen der Amtsübergabe. In der ersten Reihe die Stellvertreter (von links) Reinhard Siegert und Hort Humpenöder sowie Klaus Weber. Dahinter: Karlheinz Vogt, Jürgen Billmeyer, Beate Zachmann-Regler, Thomas Lautner, Andreas Knäblein, Holger Gillich und Geschäftsführer Sebastian Dörr.


MUHR AM SEE – Mit Hermann Grillenberger aus dem Gunzenhäuser Ortsteil Oberasbach hat die Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd einen neuen Kreishandwerksmeister. Der Obermeister der Metallbauer-Innung löst damit Hanno Dietrich ab, der aus Altersgründen nach 22 Jahren in diesem Amt nicht mehr kandidierte.

Der 57-jährige Schmiedemeister wurde von den 30 anwesenden Obermeistern und Stellvertretern zum neuen Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd gewählt. Dies umfasst die Stadt Schwabach, sowie die Landkreise Roth und Weißenburg-Gunzenhausen.

Für Hanno Dietrich endete damit ein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit der letzten Sitzung im Kreise seiner Kollegen. Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner hatte den leidenschaftlichen Botschafter des Handwerks bereits im vergangen Jahr mit der „Silbernen Ehrennadel“ des Handwerks für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Begonnen hat er 1971 als Lehrlingswart und Meisterbeisitzer im Gesellenprüfungs-Ausschuss der Maler- und Lackierer-Innung. 1981 wurde der heute 69-jährige Maler- und Lackierermeister zum jüngsten Obermeister in Bayern gewählt. Jetzt nach 47 Jahren im Ehrenamt davon 22 Jahre als Kreishandwerksmeister, hat er sein Amt an Hermann Grillenberger übergeben. „Mit einer hervorragenden Gemeinschaft von Vorstandskollegen und Geschäftsführer Sebastian Dörr mit seinem Team, ist die Nachfolge optimal geregelt“, so Hanno Dietrich.

Seine Rückschau fällt eindeutig aus: Die Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd hat sich in den letzten 40 Jahren zu einer wichtigen Institution für das Handwerk in Süd-Mittelfranken entwickelt. Ein zuverlässiger Partner für unsere Innungen, Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen, für die Städte und Gemeinden mit hervorragenden Kontakten zu den Oberbürgermeistern, Bürgermeistern, Landräten und Abgeordneten. Bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für den Handwerks-Nachwuchs bzw. der Sicherung von Arbeitsplätzen, der Lebensqualität in Mittelfranken-Süd war und ist das Handwerk immer ein zuverlässiger Partner.

Die Leistungspalette des Handwerks habe sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt, sei hochwertiger, vielseitiger und Leistungsstärker geworden. „Unsere Handwerksbetriebe sind ein großer Wirtschaftsfaktor in der Region. Karriere im Handwerk ist die Zukunft!“ so Hanno Dietrich. Er zeigte sich sehr stolz über den Handwerker Nachwuchs mit den vielen Auszeichnungen bei den Gesellen- und Meister-Freisprechungen, sowie den Leistungswettbewerben auf Bundesebene. An sie richtete er auch den Appell: „Geht in die Innung, engagiert euch, ob im Vorstand oder im Prüfungsausschuss. Es ist bestens investierte Zeit, die euch und eure Firmen weiterbringt“.

Langanhaltender stehender Applaus war dem scheidenden Vorsitzenden sicher. Hanno Dietrich wird im Herbst offiziell verabschiedet.

 

Der Vizepräsident der mittelfränkischen Handwerkskammer, Christian Sendelbeck, sieht die Auftragslage zwar nach wie vor positiv, nicht aber die Sorgen um den Nachwuchs aller Branchen. Der Trend junger Menschen geht nach seinen Beobachtungen eindeutig „in Richtung bequemer Job statt Handwerk“. Dafür interessieren sich mehr und mehr junge Leute mit einem mittleren bis hohen Bildungsabschluss für eine Lehre bei einem Handwerksbetrieb. Kritisch setzte sich Sendelbeck mit dem neuen „Lieblingswort“ der Deutschen auseinander: der Datenschutzgrundverordnung. Schon werden bei kleinen Fehler auf einer Website mit hohen Strafen gedroht, das gelte im Übrigen auch für Vereine, bei denen viele Handwerksmeister aktiv sind. „Nicht gleich die rote Karte zeigen“, forderte der Funktionär. Das drohende Dieselfahrverbot betreffe viele kleine und mittlere Betriebe. „Es gibt nun mal noch keinen Elektrobagger oder LKW“, meinte er mit süffisanten Unterton. Mit einem engen Kontakt zu Lokal- und Kreispolitiker könne es zu Ausnahmen für Handwerksbetriebe kommen, konnte er beruhigen. „Denken Sie nur an das Ausliefern von Semmel an Hotels und Läden. Was für ein Sturm der Entrüstung ginge da in der Bevölkerung los, wenn diese nicht mehr geliefert werden können“, befürchtet er.

Die Wahl der Vorstandschaft wurde geräuschlos von Geschäftsführer Sebastian Dörr so vorbereitet, dass alles schnell und zügig abgewickelt wurde. Wie schon erwähnt, schwingt Hermann Grillenberger das Zepter der Handwerkerschaft. Seine Stellvertreter wurden der bisherige Beisitzer Horst Humpenöder, Obermeister der Bau-Innung Schwabach-Roth-Hilpoltstein, Reinhard Siegert, Obermeister der Schreiner-Innung aus Heideck und Klaus Weber aus Ellingen, Obermeister der Bau-Innung Weißenburg-Gunzenhausen. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Holger Gillich aus Röttenbach, Vorstandsmitglied der Zimmerer-Innung Schwabach-Roth-Hilpoltstein, stellvertretender Obermeister der Innung für Farbtechnik und Gestaltung Thomas Lautner aus Weißenburg, Obermeister der Bäcker-Innung Gerhard Paul aus Büchenbach, Vorstandsmitglieder der Fleischer-Innung, Andreas Knäblein aus Röttenbach, stellvertretender Obermeister (Elektro- und Informationstechnik) Hans-Joachim Thanner, Obermeister (Sanitär-Heizungs- und Klimatechnik) Karlheinz Vogt, Obermeister (Raumausstatter- und Sattler) Christian Wuttke, stellvertretende Obermeisterin (Friseure) Beate Zachmann-Regler.

REINHARD KRÜGER

 

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