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Kreishandwerksmeister Hanno Dietrich verabschiedet

 
 

Mittwoch, 10. Oktober 2018 19:00

Bild v. li: Geschäftsführer Sebastian Dörr, Reinhard Siegert, Hanno Dietrich, Hermann Grillenberger, Klaus Weber, Horst Humpenöder.


SCHWABACH – "Gesicht des Handwerks." "Aushängeschild." "Cooler Goldjunge." "Erfolgreicher Unternehmer." "Trendsetter." "Genussmensch." "Teamplayer." "Lebenskünstler." Die wohlwollend beschreibenden und haushoch lobenden Attribute wollten kein Ende nehmen. Einen Tag nach seinem 70. Geburtstag hat die Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd ihren langjährigen ehrenamtlichen Chef Hanno Dietrich am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde im Schwabacher Stadtmuseum verabschiedet.

 

Der Malermeister hat 1974 den Betrieb seines Vaters in Schwabach übernommen. Bereits 1981 war er der jüngste Innungsobermeister Bayerns, die schon seit langem nicht mehr "Maler- und Lackierer-Innung" heißt, sondern auf Dietrichs Anregung hin als "Innung für Farbtechnik und Gestaltung" firmiert. 1985 hat er mit einem deutschlandweit beachteten Neubau im Schwabacher Gewerbegebiet Falbenholz 50-jähriges Betriebsjubiläum gefeiert. 1996 ist Dietrich Kreishandwerksmeister für Mittelfranken-Süd geworden. Auf dieser Postion hat er 22 Jahre lang mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit, aber meist auch mit großem Charme die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen aus allen Innungen vertreten. Dabei hat er den Ruf des Handwerks in der Region geprägt. Besonders wichtig war ihm der Nachwuchs und seine Chancen in Handwerksberufen.

 

"Karriere mit Lehre", lautete eines seiner Mottos, das er insbesondere bei den Feiern zur Freisprechung der Gesellen und Übergabe der Meisterbriefe immer wieder mit Inhalt gefüllt hat. "Ein Leben für das Handwerk." Hanno Dietrich hat es geführt. Er konnte für das Handwerk begeistern und war sein Vorkämpfer wie kaum ein zweiter im Süden Mittelfrankens. Im Juni ist er aus eigenem Entschluss nicht mehr zur Wahl der Kreishandwerksmeisters angetreten. Dafür darf er sich nun "Ehrenkreishandwerksmeister" nennen. Während der Feierstunde hat Dietrich die Ernennungsurkunde erhalten.

 

Ins Stadtmuseum waren neben Dietrichs Frau Traudl sowie den Töchtern Christina und Alexandra auch zahlreiche Kommunalpolitiker, Handwerkerfreunde, Obermeisterkollegen und Wegbegleiter gekommen. Die Landtagsabgeordneten Helga Schmitt-Bussinger (SPD) und Karl Freller (CSU) sowie Altoberbürgermeister Hartwig Reimann hatten es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, Hanno Dietrich die Ehre zu erweisen.

 

Nachfolger Herrmann Grillenberger griff zur Einführung auf ein Bild aus dem Sport zurück. "Er war ein Marathonläufer", beschrieb er Dietrichs Einsatz-Strecke, "wir als seine Nachfolger können lediglich noch Kurzstreckenläufer sein." Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Horst Humpenöder, Reinhard Siegert und Klaus Weber überreichte Grillenberger Dietrich die Auszeichnung als künftiger Ehrenvorsitzender der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd.

 

Die Festrede hielt mit Thomas Pirner der Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken. Er betonte insbesondere die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements innerhalb der Handwerks-Organisationen und dankte Hanno Dietrich dafür. "Du hast Dich weit über das normale Maß hinaus eingesetzt und dabei immer die Interessen aller Handwerksberufe vertreten", so Pirner. "Dafür gebührt dir Respekt und Wertschätzung", sagte der Friseurmeister. "Du brennst für das Handwerk und bist ein Kämpfer, deshalb trägt die Region Deine Handschrift", war Pirner überzeugt.

 

Oberbürgermeister Matthias Thürauf dankte Dietrich vor allem "für sein Lebenswerk in Schwabach". Dafür nannte er ihn "einen der Fahnenträger Schwabachs, der die Stadt verkörpert und die Liebe zu ihr im Herzen trägt". Er habe vieles für Schwabach geleistet und als positiver Mensch nicht nur das Handwerk hier, sondern auch die Stadt insgesamt geprägt. Walter Schnell, Erster Bürgermeister Kammersteins, stellvertretender Landrat und Bezirksrat, erklärte, Dietrich habe das Handwerk stets bestens vertreten. "Er ist ein Motivationskünstler, der immer Freude ausstrahlt und vor allem den Zugang zu jungen Menschen findet", bescheinigte Schnell dem scheidenden Kreishandwerksmeister. Insbesondere für sie habe er Wege aufgezeigt und Karrieren ermöglicht. Ferner verkörpere er die Werte des Handwerks: "Ehrbarer Handwerksmeister", das sei der richtige Titel für ihn, so Schnell, "weil er ein wahrer Meister ist".

 

Michael Greiner ist Leiter der Berufsschule Roth. "Du sprudelst für das Handwerk." Das habe er bei zahlreichen guten Gesprächen im Direktorat gespürt, sagte der Schulchef. Ebenso habe Dietrich die Schule immer als wichtigen Partner der Betriebe gesehen. "Du hast uns immer unterstützt, die Zusammenarbeit mit Dir war stets hervorragend", so Greiner in Richtung des Ehrenkreishandwerksmeisters. Der Oberstudiendirektor war nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatte als Geschenk ein Bild von Schwabach mit den Golddächern als zentrales Motiv mitgebracht. Gemalt hat es Dietrichs erster Lehrling. Anja Lösel war von 1980 bis 1983 Azubi in seinem Betrieb und ist heute Lehrerin an der Berufsschule Roth. Geschäftsführer Sebastian Dörr bescheinigte Hanno Dietrich ein guter Chef gewesen zu sein. "Es hat Spaß gemacht mit Ihnen, denn wir haben uns bestens ergänzt", sagte Dörr.

 

In seiner Erwiderung erklärte Hanno Dietrich, für ihn seien für die Entwicklung des Handwerks immer starke Innungen wichtig gewesen. "Sie sind der Grundpfeiler für uns", rief er den Gästen zu. Zugleich hob er seine Kollegen im Vorstand aller Führungsebenen hervor. "Ich hatte immer eine tolle Mannschaft, denn alleine kann man nichts erreichen", so Dietrich. Die hauptamtliche Verwaltung in der Kreishandwerkerschaft nannte er ein "Top-Team". Hanno Dietrich dankte auch seiner Familie für die Unterstützung. "Du hast mir immer den Rücken frei gehalten: Ohne Dich hätte ich das nicht geschafft", wandte es sich unmittelbar an seine Gattin. "Sehr stolz" sei er auf seine Töchter, die beide eine Malerlehre absolviert haben und beim Abschluss als Staatspreisträgerinnen und Kammersiegerinnen ihre Qualität unter Beweis gestellt hätten. Christina leitet heute den Betrieb. Alexandra arbeitet als Innenarchitektin. Die eigene Entwicklung beschrieb er äußerst griffig. "Vom Lauser zum Kämpfer durch und durch", so Dietrich. Dieses Bewusstsein sei es, "das ihn junge Kräfte den Weg ebnen und die Stange halten lässt", so Dietrich. "Ich bin stolz, dass ich das alles machen durfte", schloss er unter dem Beifall seiner Freunde und Weggefährten.

 

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