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Offen fürs „Altmühltaler Weiderind“

 
 

Mittwoch, 28. November 2018 14:05

Metzger-Innung Mittelfranken-Süd: Aktive Nachwuchswerbung – Verband kämpft gegen Bürokratie

Referenten und Innungsführung: KHW-Geschäftsführer Sebastian Dörr, Dr. Herbert Hurka, Lars Bubnik, Obermeister Willy Böbel und Frank-Peter Schneider (von links).


Röthenbach (buc) – Werden die Theken der Metzgereien im südlichen Mittelfranken bald mit Fleisch vom „Altmühltaler Weiderind“ locken? Einer dieses künftig zu vermarkten, stehen die Betriebe grundsätzlich offen gegenüber. In der Herbstversammlung der Innung mahnte Ehrenobermeister Friedrich Wörlein (Pappenheim), dass nur mit sichtbarer Werbeunterstützung ein solches Projekt wie beim „Altmühltaler Lamm“ ein Erfolg werden könne.

 

Im Gasthof Heyder in Büchenbach blickte Obermeister Willy Böbel (Georgensgmünd-Rittersbach) auf die Teilnahme der Innung an der Nacht der Ausbildung in Roth und dem Berufsparcours in Treuchtlingen vor 900 bzw. 1000 Schülern zurück. Zur Nachwuchswerbung für das Fleischerhandwerk wird man vom 10. bis 13. Dezember auf dem bayernweiten Berufsbildungskongress 2018 in Nürnberg in einer „Gläsernen Wurstküche“ Bratwurst, Leberkäse und „Pulled Pork“ live herstellen. Er lud zur Obermeistertagung am 15. November in der Fleischerschule Augsburg und zur Jahresabschlussfeier am 24. November im Gasthaus Blumenthal ein. Für Februar/März 2019 plant man ein Zerlege-Seminar mit Fleischsommelier Robert Drexel zum Erlernen der trendigsten „Steak-Cuts“ sowie ein Verkaufsseminar der Firma Hagesüd für den richtigen Umgang mit Kunden.

 

Als Gastreferent erinnerte Dr. Herbert Hurka, Leiter des Veterinäramts Roth, die selbstschlachtenden Betriebe an die neuen Vorgaben für elektrische Betäubungsanlagen ab 9. Dezember 2019; diese müssen dann digital alle Daten aufzeichnen können.

 

Frank-Peter Schneider von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) informierte über das Ende der Unfallversicherungspflicht für selbstständige Unternehmer zum 31. Dezember 2018. Das sei gerichtlich erstritten worden – empfohlen werde aber eine freiwillige Weiterversicherung. Tagesbeiträge ab 1,50 Euro ermöglichten im Ernstfall Heilbehandlung und Geldleistungen. Im Rahmen einer GbR könne künftig jeder Teilhaber frei über seine Versicherung entscheiden. Angestellte Mitarbeiter und Ehefrauen seien weiterhin bei der BGN pflichtversichert.

 

Lars Bubnik, Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern, hob dessen erfolgreiche Interessenwahrnehmung für die 1400 Mitglieder hervor, etwa die Öffnung von Fördertöpfen für Produktions- und Kühlgeräte etc., die bislang Landwirten vorbehalten waren. Seite an Seite mit Lebensmittelhandwerkern und Gastronomen kämpfe man für eine Erhöhung der 450-Euro-Verdienstgrenze; sonst sinke bei Anhebung des Mindestlohns auf 9,19 (2019) bzw. 9,35 Euro (2020) die mögliche Stundenzahl dringend benötigter Aushilfen.

Mehr Nachwuchs gewinnen soll eine neue Kampagne, die man mit einer Werbeagentur anschieben will. Kämpfen will der Verband für eine Absenkung der auf seit 2010 von 2,0 auf 6,40 ct/kWh (2019) gestiegene Erneuerbare-Energien-Umlage, die energieintensive Betriebe massiv belaste. Als Erfolg von Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun. (Fürth) bewertet Bubnik neue Auszeichnungsvorschriften für vegetarische und vegane Lebensmittel, die die Kunden nur verwirren – ein „vegetarisches Rinderfilet“ soll es künftig nicht mehr geben.

 

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