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Kreishandwerksmeister fordert Verzicht auf Sozialabgaben bei Azubis

 
 

Dienstag, 28. Mai 2019 19:00

Ehrung für Christian Wuttke

Bild 1: Christian Wuttke eingerahmt von Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger (re) und Geschäftsführer Sebastian Dörr.

Bild 2: Die Handwerksvertreter vor der Führung durch den Betrieb mit Peter und Monika Völk (re.) sowie Ehrenkreishandwerksmeister Hanno Dietrich (li.) und Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger rechts daneben.


Weißenburg – Im Fleischerhandwerk werden die Betriebe eher weniger denn mehr. Zum einen wegen fehlender Betriebsnachfolger, zum anderen wegen eines geänderten Verbraucherverhaltens. Selbstbedienungstheken in Supermärkten und Tiefkühlpizza statt abendlicher Brotzeit tragen zum Strukturwandel bei. Ein Metzgermeister aus Weißenburg stellt sich gegen den Trend und hat kräftig in die betriebliche Zukunft investiert. Das Ergebnis wollten sich die Innungsvertreter im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd von Peter Völk, dem Inhaber der gleichnamigen Weißenburger Metzgerei, zeigen lassen.

Die Versammlung begann mit einem gemeinsamen Abendessen im „Kulinarium“, einem großen Veranstaltungsraum der für Tagungen, Familienfeiern oder Betriebsversammlungen geeignet ist und der sich im oberen Stockwerk direkt über den Verkaufsräumen der Metzgerei befindet.

Nachdem Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger die Innungsvertreter sowie die Vorsitzenden der Unternehmerfrauen im Handwerk begrüßt hatte, konnte er Christian Wuttke, Georgensgmünd, eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer für Mittelfranken überreichen. Wuttke war 15 Jahre Obermeister der Raumausstatter- und Sattlerinnung Mittelfranken-Süd und eben solange Mitglied im Vorstand der Kreishandwerkerschaft. Aufgrund niedriger Mitgliederzahlen hatte die Innung zum 01.01.2019 mit der Nachbarinnung Nürnberg fusioniert. Nun wurde er mit Worten des Dankes und der Anerkennung verabschiedet.

Anschließend führte Peter Völk jun. durch das 2016 gebaute Verkaufsgebäude an dessen Mauern die bisherigen Produktionsräume angrenzen. „Der Standort ist für unseren Betrieb sehr wichtig. Aus diesem Grund haben wir am bisherigen Firmensitz gebaut und jeden Quadratmeter genutzt“, so Völk. Ohne einen Tag Unterbrechung im Verkauf konnte der Neubau in Betrieb genommen werden, zeigte sich der Unternehmer ein wenig stolz. Anschließend stellte er verschiedene Bereiche der Produktion vor, darunter die Herstellung von mit Buchenholz geräuchertem Schinken. Pro Woche, so Völk, würden 80 Schweine, 5 Rinder sowie ein Kalb verarbeitet. Aktuell beschäftigt die Firma 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir würden aber gerne noch Mitarbeiter einstellen, was sich aufgrund der aktuellen Marktlage recht schwierig gestaltet, klagte der Unternehmer.

Nach der Betriebsführung blickte Kreishandwerksmeister Hermann Grillenberger auf das erste Jahr als Kreishandwerksmeister zurück. Er berichtete von den wichtigsten Veranstaltungen innerhalb der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd sowie von verschiedenen Aussenterminen.

Er ging auf das bevorstehende Sommerfest und die Freisprechungsfeiern ein. In Gunzenhausen wird die Freisprechung erstmals in der Hensoltshöhe stattfinden. Aktuelle Themen seien vor allem die geplante Umsatzbesteuerung von Körperschaften, deren Übergangszeitraum am 31.12.2020 ende, die Durchführung von Gesellenprüfungen und die vom Gesetzgeber beschlossene Mindestausbildungsvergütung, die faktisch in den hier vertretenen Gewerken keine Wirkung zeigen werde, da die Ausbildungsvergütungen bereits darüber lägen, fasste Grillenberger zusammen.

 

Im Übrigen sorgt der Gesetzgeber dafür, dass die Ausbildungsvergütungen mit durchschnittlich 20 % Sozialabgaben belastet werden. Nach den Worten von Ludwig Erhard, dem Vater unserer sozialen Marktwirtschaft, findet während der Ausbildung keine Wertschöpfung statt. Also können die Vergütungen auch nicht mit Sozialabgaben belegt werden. Die berufliche Ausbildung muss in diesem Fall auch mit der schulischen gleich gestellt werden, so der Kreishandwerksmeister.

Geschäftsführer Sebastian Dörr stellte nach Abschluss der Presseschau 2018 die Arbeit der Geschäftsstelle in Zahlen vor. So wurden im letzten Jahr 151 Rundschreiben von der Geschäftsstelle an die Mitglieder der verschiedenen Innungen versandt. Insgesamt fanden unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft 111 Veranstaltungen statt. Was die Ausbildung betrifft, so gehe er davon aus, dass die Talsohle bei den Lehrlingszahlen noch nicht erreicht sei, da die geburtenschwachen Jahrgänge ab 2006 erst nach rund 16 Jahren zum Tragen kommen, nämlich 2022 und Folgejahre. Nachdem er Jahresrechnung und Haushaltsplan vorgestellt hatte, wurden nach Bericht der Kassenprüfer Gerhard Ebert und Jürgen Billmeyer, Jahresrechnung und Haushaltsplan ohne Gegenstimmen verabschiedet.

 

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